Page 9 - Quarnbek 59
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CHRONIK                                                                                             9





                                                               Dabei wurden nicht nur die Dampferfahrten von Kiel nach
                                                               Flemhude und Achterwehr beworben, sondern auch auf die
                                                               „Gelegenheit zu Motorbootfahrten auf der Eider und dem
                                                               Westensee“ hingewiesen. „In den Sommermonaten sind
                                                               außerdem Fahrten Mittwochs und Sonnabends nachmittags
                                                               vorgesehen.“ Die zugehörige Reederei war die von August
                                                               Christian Hansen in Kiel-Wellingdorf (der „Blaue August“
                                                               ist immer noch ein gängiger Begriff auch in Quarnbek).
                                                               Hauptsächlich pendelten Berufstätige mit seinen Dampfern
                                                               von der Seebrücke in Kiel nach Neumühlen-Dietrichsdorf
                                                               mit den Werften. Später bediente A. C. Hansen auch die
                                                               Schlei-Schifffahrt.
                                                               Aus einer weiteren Reklame in dem Faltblatt geht hervor,
                                                               dass außerdem Dampfschiffe der sogenannten „Kanallinie“
                                                               an drei Tagen in der Woche ab dem Schuhmachertor/Schuh-
                                                               macherstraße (heute ist dort der Bereich des Hafenspeichers
          3. Abfahrt von Westensee 1905                        Sartori & Berger am Wall – seit 2002 u.a. genutzt als Landes-
                                                               bibliothek) auf ihrer Fahrt nach Rendsburg an Kanalstatio-
                                                               nen anlegten. So gab es auch an der „Eiderschleuse und dem
                                                               Eider fall“ in Strohbrück eine Haltestelle. Von dort, wird extra
                                                               hervorgehoben, war es möglich, einen schönen Spaziergang
                                                               nach Achterwehr zu machen und weiter mit dem Motorboot
                                                               auf der Eider und auf dem Westensee zu fahren. „Rückfahrt
                                                               ab Brandsbek oder Flemhude mit der Eisenbahn.“ Bekannt
                                                               ist, dass ab 1903 auch Rundfahrten nach Hohenhude - Halb-
                                                               insel Börner - Wrohe - Westensee angeboten wurden (Dorf-
                                                               chronik Felde, Band 2, S. 248).












          4. Volldampf voraus nach Achterwehr

          Ausbau des Ringkanals zum Achterwehrer Schifffahrtskanal
          hatten sich die Möglichkeiten, den Westensee und seine Um-
          gebung zu erreichen, vor allem für die Kieler Bevölkerung
          nochmals erweitert. „Allsonntäglich bei günstigem Wetter“
          gab es ab der Schlossbrücke in Kiel um 13 Uhr mit der Blau-  5. Dampfer der Blauen Linie in der Schleuse Strohbrück
          en Linie Dampferfahrten durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal
          nach Flemhude und Achterwehr, einschließlich „Durch-  Durch den wachsenden Zustrom von Tagesgästen profi tierten
          schleusung in den 7 m höher gelegenen Ringkanal (Eider-  die zahlreichen Gasthöfe in der Region, die bald nicht nur mit
          fall)“ – Rückfahrt ab Achterwehr 19 Uhr. Außerdem wurde   guten Speisen und Getränken (Spezialität in fast allen Aal in
          darauf hingewiesen, dass sich vor dem Haus bei Beckmann’s   Gelee), sondern manche auch mit Zimmern für Sommergäs-
          Gasthof auch die „Haltestelle der Autolinie von Kiel nach   te warben, einschließlich Pension. In dem Faltblatt fi ndet sich
          Rendsburg“ sowie die der „Sonntagszüge“ befände. Dieser   neben den Anzeigen der bereits erwähnten beiden Gasthöfe
          Haltepunkt wurde aus Richtung Kiel wochentags nicht be-  Beckmann‘s in Achterwehr und in Westensee auch Reklame
          dient, aber zwischen Mai und September hielten sonntags   der Bahnhofswirtschaft Brandsbek, von Wittenburg‘s Gast-
          dort Züge um 13:39 und 14:55 Uhr aus Richtung Kiel, zu-  hof Felde (Felder Seegarten),Treede’s Konditorei in Wes-
          rück konnte man in Achterwehr 20:24 Uhr Richtung Kiel   tensee, der Gastwirtschaft „Zur Linde“ und Gastwirtschaft
          einsteigen. Es gab damals auch extra „Sonntagskarten“ für   Martensen in Schierensee sowie der Gastwirtschaft „Zum
          die Nutzung des Zuges.                               lustigen Bruder“ am Gut Schierensee.
          Die Dampfer der Blauen Linie, benannt nach der Farbe des   Flemhude wird auffälligerweise nur als Bahnstation erwähnt.
          Anstrichs der Schiffe, sind bis heute in unserer Region in   Schaut man sich die dreiteilige Postkarte von 1905 genauer
          Erinnerung geblieben. Auf diese Linie wurde in dem Falt-  an, fällt bei der Abbildung des Lindenkrugs die Beschriftung
          blatt mit einem eigenen Reklametext aufmerksam gemacht.   auf: Alkoholfreie Wirtschaft und Heim der Loge.
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