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CHRONIK 5
Zehn Jahre Quarnbeker Wappen Prägende Elemente des Wappens sind 1. das gezinnte Schild-
haupt (historischer Bezug zur Wasserburg Quarnbek), 2. der
Der „Verein zur Erhaltung der Wind- und Wassermühlen Wellenschildfuß (symbolisch für Melsdorfer Au, Flemhuder
in Schleswig-Holstein und Hamburg“ schreibt auf seiner See, Eiderkanal, NOK) und 3. als zentrale Figur eine Mühl-
Home page: „‘Menschen mögen Mühlen!’, wie kaum eine stein-Haue mit Bezug auf den Ortsnamen Quarn-bek =
andere Schöpfung der Technik wecken Mühlen Emotionen. niederdeutsch für Mühl-bach.
Was einst überlebensnotwendig war, strahlt noch immer eine Zur Übertragung der Antriebs-
ganz eigene Kraft und Ausstrahlung aus“ (www.muehlen-im- kraft wird im unbeweglichen
norden.de). Diese Attraktivität der Wind- und Wassermühlen unteren Mühlstein, dem Bo-
zeigt sich jedes Jahr auch in den Besucherzahlen beim Deut- denstein, eine senkrecht ste-
schen Mühlentag (jeweils Pfingstmontag) und beim Tag des hende rotierende Achse (Spin-
offenen Denkmals (im September). Für die Gemeinde del) gelagert, die zum dar-
Quarnbek hat die Mühlentechnik seit zehn Jahren noch eine über befindlichen beweglichen
besondere Bedeutung - durch das Wappen. Mühl stein, dem Läuferstein,
Nachdem im Februar 2002 der damalige Vorsitzende des geführt wird. Auf dem Kopf
Ausschusses für Schul- und Kulturangelegenheiten Klaus dieses sogenannten Mühleisens
Langer die Entwicklung eines Gemeindewappens angeregt Skizze einer vierarmigen Haue, sitzt die ebenfalls eiserne
eingefügt in die Unterseite
und die Autorin in ihrer Funktion als Ortschronistin dieses Haue, die im Läuferstein fest
eines Läufersteins
Vorhaben vom Entwurf bis hin zur Genehmigung durch das verankert ist. Erst durch dieses
Landesarchiv ehrenamtlich umgesetzt hatte, konnte im De- für den Mahlgang wichtige Bauteil kommt es zur Übertra-
zember 2002 dem Innenministerium in Kiel die Wappenan- gung der Drehbewegung des senkrecht stehenden Mühl -
nahme angezeigt werden. Nach der entsprechenden Ergän- eisens auf den Läuferstein.
zung der Hauptsatzung der Gemeinde sind seit 2003 Wappen, Angemerkt sei, dass die feste Haue wegen ihrer zentralen
Siegel und Flagge offiziell die kommunalen Hoheitszeichen Bedeutung technisch schon seit dem 19. Jahrhundert zur
Quarnbeks. Die Einzelheiten des Verfahrens von der Ent wick - beweglichen bzw. Balancierhaue weiterentwickelt wurde.
lung bis zur Annahme des Wappens sowie die Beschreibung Dadurch wurden die Drehbewegungen des Läufersteins
des historischen Hintergrundes für die Wappengestaltung sind gleichmäßiger und ruhiger.
in „Flemhuder Hefte 13/14“, S. 144 bis 153 ausführlich dar- An vielen Mühlsteinen sieht
gestellt. man, sofern es sich um einen
Läu ferstein handelt, an der
Un terseite um das mittige
Loch („Auge“) charakteristi-
sche, herausgehauene Vertie-
fungen, in die ursprüng lich
Aufkleber mit dem die eiserne Haue eingelas-
Gemeindewappen sen war.
Beispiel für Vertiefungen im
Mühlstein zur Aufnahme der
eisernen Haue
Am 31. August 2003 wurde im
Rahmen der Feier zum 75-jähri-
gen Bestehen der Kommunalge-
meinde Quarnbek vor der Stroh-
brücker Schule erstmals die
Vermuteter Standort der
Wappenflagge gehisst. Zugleich
gab es vor dem Gemeindebüro ehemaligen Quarnbeker
eine Zeremonie zur Enthüllung Wassermühle an der Melsdorfer Au
des großen Gedenksteins, gestif-
tet und kostenlos bearbeitet von
Quarnbeker Bürgern. Auch die-
sen Findling schmückt das Ge-
meindewappen (siehe Fotos in
„Flemhuder Hefte 16“, S. 12 f.).
Seit 2005 stehen in Flemhude,
Landwehr, Stampe und Quarn-
bek außerdem an den Zufahrts-
straßen Begrüßungsschilder mit
dem Quarnbeker Wappen, das so
auch für Außenstehende präsent
ist. Ausschnitt aus der Karte des Majors vor Varendorf aus den Jahren 1789 bis 1796

