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16 NATUR UND UMWELT
Knicks, die Heimat vieler Tiere Januar 2009
In diesen nasskalten Januartagen erleben wir, wie unsere
kleinen und größeren Singvögel vermehrt zu den Futterplät-
zen streben, um sich ihr „täglich Brot“ zu beschaffen. Da
kommen Kohl-, Blau-, Sumpf-, Schwanzmeisen, Rotkehl-
chen, Gimpel (Dompfaff), Buch- und Bergfinken, Feld- und
Haussperlinge, Grünlinge, Amseln, Kernbeißer, Zaunkönig,
Zeisige, Buntspecht u.a.m. Durch diese Speisung haben wir
das Vergnügen, die munteren Gäste zu beobachten. Wir freu-
en uns daran. Im Frühjahr lauschen wir ihren Gesängen.
Im Sommer kriegen wir sie längst nicht mehr alle zu Gesicht.
Dann müssen sie ihre Nahrung in der freien Natur suchen.
Und die finden sie nur in einer abwechslungsreichen Umge-
bung. Riesige Mais- oder Rapsfelder bieten ihnen kaum Nah-
rung. Das ist Monokultur. Leider reicht die schon bis an un-
Ein Knick in Flemhude am Wanderweg, wie er eigentlich auch
sere Wohnungen heran. Aber es gibt noch einen Restbereich,
aussehen sollte. Vorn ist ein schon landschaftsprägender Baum
der vielen Tierarten Hilfen bietet. Fachleute sprechen von
und ganz hinten ein sogenannter Überläufer zu sehen.
7000 Tierarten, die da leben. Gemeint sind die für unsere
Landschaft typischen Knicks
Knicks erfüllen viele nützliche Funktionen. Für die Tierwelt
sind sie Nahrungsreservoir, Brutstätte und Winterquartier
und bieten Deckung und Schutz. Sie bilden ein wichtiges
Verbundsystem, eine sogenannte Lebensraumvernetzung,
durch die Austausch und Erhalt von Leben ermöglicht wird.
Leider müssen wir erkennen, dass die Knicks zu einem
Streitobjekt geworden sind. Sie werden teilweise als „lästig“
empfunden. Und das führt dazu, dass mancher Knick ver-
nachlässigt oder sogar geschädigt wird. In diesen Tagen ist
laut Klage geführt worden über die Art, wie ein Knick in un-
serer Gemeinde behandelt worden ist. Es sieht so aus, als ob Hier auf der Schröder-Koppel wurde meiner Meinung nach Knick -
frevel betrieben. Hier haben Laien wild rumgeholzt. Der Knick im
Fristen nicht eingehalten worden sind; Überhälter mit einem
Vordergrund ist noch sachgerecht auf dem Stock gesetzt worden
Stammumfang größer als 2m sind anscheinend unbedacht (der Knick war auch alt genug). Der nach hinten verlaufende
gefällt worden. Das Landschaftsbild ist auf jeden Fall beein- Knick ist viel zu früh (nach schon 5 jahren) wieder auf den Stock
trächtigt. gesetzt worden. Die fünf Überläufer, wovon einer schon ein land-
„Die Knicks in unserer Landschaft sind prägender Bestand- schaftsprägender Baum (mit 2 Meter Umfang) war, und die die da-
malige Fachfirma hat stehenlassen, sind radikal abgeholzt worden.
teil der schleswig-holsteinischen Kulturlandschaft und ein
wichtiges Dokument der Zeitgeschichte“ ließ die Landesre-
gierung am 5.7.2005 verlauten. Ich finde, dieser Grundsatz
sollte Richtschnur für unser aller Handeln sein, damit wir uns
noch lange an die in jedem neuen Frühjahr reich und farben-
prächtig blühenden Büsche und Stäucher auf den Knicks er-
freuen können.
Text: Armin Stampa, Fotos und Kommentare: Horst Kay
Durch das zu frühe auf dem Stock setzen (hier schon nach 5 Jah-
ren) entsteht zu viel Holzabfall, der dann einfach verbrannt wird!
Auch für den Holzverwerter ist es nicht wirtschaftlich, so früh zu
knicken.
2004 – von einer Fachfirma auf den Stock gesetzt ... 2009 – derselbe Knick schon wieder abgeholzt und die größeren Bäume
wurden gleich mitgefällt, weil nach so kurzer Zeit der Knick nicht genug
Holz geliefert hätte.

