Quarnbek 49
15 N ATUR UND U MWELT Nestern der Mehlschwal- be anschrauben, bleibt die Fassade weitgehend unverschmutzt. In Schup- pen und Carports kann man ebenfalls Bretter di- rekt unter den Nestbereich schrauben. Mehlschwal- ben kann man sogar durch spezielle Nisthilfen fördern, welche unterhalb der Dachtraufe angebracht werden. Die Nisthilfen kann man kaufen oder aus Lehmputz selber anfer- tigen. Dabei sollte beachtet werden, dass ein freier Anflug möglich ist - also nicht unmittelbar dort, wo ein großer Baum vor dem Haus steht. In Viehställen, Garagen, Schuppen usw. kann man auch der Rauchschwalbe helfen, indem man ihr Nestunterlagen in Form von Brettchen an der Wand oder breiten Querbalken bietet. Das Entfernen von Schwalben- nestern ist dagegen nach dem Naturschutzgesetz verboten und sollte unbedingt verhindert werden. Wenn Sie also das Glück haben sollten, Schwalben als „Un- termieter“ an ihrem Haus zu haben, freuen sie sich über diese neuen Nachbarn, die Ihnen als Dank viele Mücken und Flie- gen wegfressen. Notieren Sie sich den Termin der Ankunft im Frühjahr, dem Abzug im Herbst, der Anzahl der Bruten, der Jungvögel... und Sie werden über die Jahre sehr viele in- teressante Aspekte über das Leben der Schwalben erfahren! Übrigens, wenn Sie einmal eine junge Schwalbe finden, die aus dem Nest gefallen ist – legen sie den Vogel einfach vorsichtig in ein Schwalbennest mit Jungvögeln in einem ähnlichen Alter. Die fremden Eltern ziehen das Findelkind ohne zu zögern mit auf! Manchmal stürzen Nester mitsamt allen Jungvögeln ab, dann sollte man die Jungen auf mehrere Fremdnester verteilen. Jeder von uns kann einen Beitrag leisten zum Erhalt und Schutz dieser bedrohten Vogelarten, damit wir uns hoffen- tlich auch in Zukunft jedes Frühjahr an der Ankunft der ersten Schwalben erfreuen können, an dem schwatzenden, fröhlichen Gesang und dem rastlosen Füttern der Jungvögel. Schwalben gehören seit Jahrhunderten zu dem Menschen und seinen Siedlungen und wir tragen Verantwortung dafür, dass diese lange Freundschaft weiter besteht. Text und Fotos: Dipl. Biol. Natascha Gaedecke
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