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NATUR UND UMWELT                                                                                   17


          Trödel- und Pflanzenflohmarkt

          Am Sonntag, den 23.10.05 haben wir, meine Mutter, eine
          Freundin und ich, einen noch nicht ganz so effektiven aber
          durchaus unterhaltsamen Trödel- und Pflanzenflohmarkt in
          Herrn Dooses malerischem Apfelgarten in Stampe gemacht.
          Waren wohl die Wegbeschreibungen in der Zeitungsanzeige
          nicht eindeutig genug (die Hinweisschilder unübersichtlich)
          und somit viele Besucher schon von vornherein erzürnt, gab
          es doch so manches Buchschnäppchen zu kaufen, Deko-
          Enten zu ersteigern, Hüte zu probieren und manch Wissens-
          wertes über Kräuter und Heilpflanzen zu erfahren.
          Manch einer sammelte auch lieber Äpfel von der Wiese oder
          hielt einen Klönschnack mit den Nachbarn.
          Herr Doose zeigte starke Nerven, indem er irrtümlich gelei-
          tete Pflanzenfreunde freundlich in die richtige Richtung
                                                               v.l.n.r.: Dagmar Rehbein-Scheling, Katja Rehbein, Katharina
          schickte. Ich fand es schön, auch einmal andere Dorfbewoh-
                                                               Hacker
          ner als die aus unserem Hause kennen zu lernen oder sportive
          Nordic-Walking-Nachbarn im Vorübergehen zu erstaunen.
          Die allseits gegenwärtige Neugierde, was es denn nun eigent-
          lich mit diesem Folientunnel in Familie Dooses Vorgarten zu
          tun hätte, wurde zur allgemeinen Zufriedenheit gestillt, hier
          werden ab nächsten Frühjahr Küchen- und Teekräuter sowie
          Heilpflanzen wachsen und hoffentlich viele Menschen auf
          den Kieler Wochenmärkten erfreuen.
          P.S.: Fürs nächste Jahr geplant sind jahreszeitlich orientierte
          Feste mit Kräuterverkauf im Apfelgarten.
                                              Katja Rehbein
          Katja Rehbein ist studierte und gelernte Staudengärtnerin.
          Sie hat den Schwerpunkt auf Heilkräuter etc. gelegt, sie baut
          diese Pflanzen selber an und ist in den Direktverkauf einge-
          stiegen. (Anm. d. Red.)



          Das Rotkehlchen                                      Außerdem konnte man in diesen Käfigen das Magnetfeld
                                                               ändern. Bei normalem Erdmagnetfeld war wegen des Heim-
          neben vielen anderen Vögeln erscheint am winterlichen Fut-
                                                               zugs deutlich eine Nordrichtung zu erkennen. Wurde der
          terplatz das Rotkehlchen. Ist Ihnen auch schon aufgefallen,
                                                               magnetische Nordpol auf SO umgestellt, flogen die Vögel
          dass anders als bei Meisen, Spatzen oder Buchfinken nur ein
                                                               tatsächlich in die geänderte Magnetfeldrichtung SO. Diese
          einzigiges Rotkehlchen am Boden herumhüpft oder mit auf-
                                                               Versuch wurden seit 1968 von Frankfurter Forschern (Mer-
          gerichtetem Körper verharrt? Bei der aufgerichteten Haltung
                                                               kel, Fromme, Wiltschko) durchgeführt und an elf Nachtzie-
          ist der leuchtend orangerote Kehlbereich besonders gut zu se-
                                                               hern mit gleichem Ergebnis abgeschlossen. Aus den Ver-
          hen. Das macht uns das Rotkehlchen so sympathisch. Der
                                                               suchsergebnissen muss man den Schluss ziehen, das Vögel in
          Vogel aber will auf diese Weise sichern und andererseits in
                                                               der Lage sind, magnetische Feldlinien wahrzunehmen und ih-
          aller Deutlichkeit den Anspruch auf sein angestammtes Re-
                                                               ren Kurs beim Vogelzug danach auszurichten.
          vier zum Ausdruck bringen. Rot heißt hier Stopp wie an der
                                                                                        Armin Stampa, Foto: Wordell
          Verkehrsampel. Artgenossen werden nicht geduldet. Der Re-
          vierinhaber begnügt sich in solchen Fällen nicht nur mit einer
          harmlosen Abwehrstellung. Er verteidigt kämpferisch seinen
          Wirkungsbereich. Uns Menschen gegenüber ist das Rotkehl-
          chen eher zutraulich. Wenn wir im Frühjahr das Laub auf-
          scharren oder den Komposthaufen umsetzen, können wir da-
          mit das Rotkehlchen anlocken und aus nächster Entfernung
          beobachten. Wir haben nämlich dem Vogel neue Nahrung of-
          fen gelegt. Spinnen, Würmer und kleine Insekten sind ihm
          willkommene Beute.
          Das Rotkehlchen hat in der Erforschung des Vogelzugs eine
          wichtige Rolle gespielt. Das Rätsel, wie Vögel trotz Nacht
          und Wolken ihre Zugrichtung finden, hat man mit Hilfe des
          Rotkehlchens ein wenig gelüft. Es wurden eindeutig ziehen-
          de Exemplare in Rundkäfigen gehalten und ihr Orientie-
          rungsverhalten zur Heimzugzeit elektronisch überwacht.
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