Quarnbek 49
8 C HRONIK unterlagen der Firma Ferdinand Müller nach Zwischenstatio- nen im Schlossmuseum Quedlinburg und in der Kunsthoch- schule Halle auf Burg Giebichenstein seit 2012 im Landes- archiv Sachsen-Anhalt in Magdeburg befinden. Weil sich in diesem Bestand ca. 200 Karteikarten mit Fotos der Entwürfe der ehemaligen Quedlinburger Glasmalereianstalt befinden sollen, könnten darunter vielleicht zusätzliche Informationen auch zu den zwischen 1909 und 1914 nach Flemhude gelief- erten Evangelistenfenstern zu finden sein. Pastor Harmsen betonte in seiner Chronikeintragung ja ausdrücklich, dass der Kirchenvorstand damals den Vorschlägen der Firma Müller folgte. Eine entsprechende Anfrage beim Landes- archiv Sachsen-Anhalt habe ich auf den Weg gebracht, bis zur Drucklegung unserer Zeitung blieb diese allerdings noch ohne Rückmeldung. Erst während der Arbeit an diesem Beitrag ist mir aufgefal- len, dass vor genau 110 Jahren die ersten beiden Glasfenster, die mit den Evangelisten Markus und Lukas, erworben und in der Flemhuder Kirche eingebaut worden sind. Text: Gerlind Lind Fotos: Landesamt für Denkmalpflege S-H (2), Horst Kay (1), Gerlind Lind (4) Dank der Chronikeintragung von Pastor Harmsen ist be- kannt, dass die Flemhuder Glasmalereien in Quedlinburg hergestellt wurden, bei der Glasmalereianstalt Ferdinand Müller. Bei Wikipedia ist zu lesen: „Die Kunstanstalt für Glasmalerei Ferdinand Müller zählte im ausgehenden 19. und 20. Jahrhundert zu den bedeutendsten evangelischen Glasmalereiwerkstätten nicht nur in Mitteldeutschland.“ Und weiter: „Die Firma Ferd. Müller, die den Titel Hoflieferant führen durfte, zählte um 1900 mit ca. 70 Angestellten und einem Auftragsvolumen von jährlich ca. 70 Verglasungsob- jekten des evangelischen Kirchenbaus zu den größten zeit- genössischen deutschen Werkstätten für Glasmalerei. Ihr Wirkungskreis war vor allem auf die Landgemeinden der preußischen Provinz ausgerichtet“ (https://de.wikipedia.org/ wiki/Glasmalereianstalt_Ferdinand_Müller). Auch wenn der Schwerpunkt der Arbeiten auf kirchlichem Schmuck lag, so lieferte diese Firma 1910 z.B. auch das Wappenfenster der Marineschule Mürwik in Flensburg. Die Weiterentwicklung der Firma Ferdinand Müller verlief so positiv, dass sie bald auch international tätig wurde. Noch bis 1990 wurden in Quedlinburg im Firmengebäude der ehe- maligen Glaskunstanstalt Studenten der Hochschule Halle mit dem Schwerpunkt Glasgestaltung unterrichtet. Meine aktuellen Nachforschungen ergaben, dass sich die Archiv- Lieber Kai, ich erinnere mich noch genau an Deine amTelefon gestellte Frage, was ich davon hielte, wenn Du eine Zeitung speziell für die Gemeinde Quarnbek herausgeben würdest – das war im Herbst 2003. Meine sofort zugesagte Unterstützung für Dein Vorhaben äußerte sich bereits in der 1. Ausgabe im Januar 2004 mit einem Chronikbeitrag zum Thema Flüchtlinge (!). Seitdem sind in „Unsere schöne Gemeinde Quarnbek“ insgesamt 63 Aufsätze mit ortsgeschichtlicher Thematik erschienen. Die AG Dorf- chronik ist Dir zu großem Dank verpflichtet, denn diese Zeitung war und ist neben den Flemhuder Heften das wichtigste Forum zur Veröf- fentlichung unserer Arbeiten. Deshalb war es für mich auch eine Geste des Dankes als ich 2014 in die Redaktion eintrat. Nach 49 Ausgaben hast Du Dich entschieden, die Verantwortung für die Herausgabe der Zeitung in andere Hände zu geben. Es ist für die Ortschronisten ein gutes Gefühl, dass es mit der Quarnbeker Zeitung weitergehen wird – auch wenn wir Dich vermissen werden! Gerlind Gerlind Lind überreicht Kai Struckmeyer 2012 aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der AG Dorfchro- nik als Anerkennung ein kleines Präsent. Foto: Horst Kay
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