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CHRONIK 11
Im Laufe der Zeit hat Friedrich Mißfeldt das Motiv mehrfach Umgebung mag er das Handwerk erlernt haben?). Später er-
gemalt, denn seine Schwestern wollten ebenfalls eine Erin- öffnete er gemeinsam mit seiner Frau in Kiel Ecke Schloss-
nerung an Flemhude haben – ist die Familiengeschichte doch straße/Flämische Straße bei der Nikolaikirche eine Keller-
eng mit dem Ort verbunden. wirtschaft.
In diesem Haus, eine Quarnbeker Instenstelle, hat der Groß- Seine Enkelin Heinke Miß-
vater des Kieler Kunstmalers, Wulf Hinrich Mißfeldt, laut feldt erzählte, dass dort viele
Volkszählungslisten als Tagelöhner bzw. Steinhauer gelebt. Matrosen vom nahen Kieler
Aus Unterlagen des Archivs der Kirchengemeinde Flemhude Hafen aßen, denn eine Kanti-
geht hervor, dass er außerdem von 1839 bis zu seinem Tode ne oder Verpflegung an Bord
1866 als Totengräber arbeitete. In seine Amtszeit fiel die gab es damals noch nicht.
sicher nicht unumstrittene Auflösung des zu klein geworde- Weil im aufstrebenden Kiel
nen Friedhofs rund um die Flemhuder Kirche und dessen der Bedarf an Ziegelsteinen
Verlegung an den Rand des Dorfes. Das noch erhaltene Grab enorm groß war, gab Detlef
von Pastor Hans Düncker, gestorben 1838, war das allererste Wilhelm Mißfeldt die Gast-
auf dem neuen Friedhof. 1853 wurde der Sarg aus der Des- wirtschaft nach einiger Zeit
mercières-Gruft dorthin verlegt (siehe Baumgarten, Uwe H. auf und nutzte seine früheren
in Flemhuder Hefte 8, S. 12). Erfahrungen und Kenntnisse
Detlef Mißfeldt, geb. 1847
in Flemhude, der Vater des in der Ziegelherstellung für
Kunstmalers die Gründung einer eigenen
Ziegelei in Suchsdorf (eine
selbständige Gemeinde bis 1958).
Seine drei Söhne entfernten sich beruflich von den bäuer-
lichen und handwerklichen Wurzeln der Familie, Heinrich
wurde Bildhauer, Friedrich Kunstmaler und Max Architekt.
Dennoch blieb gerade auch der Maler Friedrich Mißfeldt mit
seiner Kunst in der bäuerlichen Kultur verankert, wie viele
seiner Motive zeigen (bis 2. September 2012 ist eine Werk-
auswahl im Kieler Stadtmuseum „Warleberger Hof“ zu se-
hen).
Auch die familiären Bindungen zur Räucherkate in Flemhu-
de spielten offenbar weiterhin eine Rolle im Selbstverständ-
nis der Familie. Es ist anrührend, dass sogar noch die Toch-
ter des Malers, Heinke Mißfeldt, die in Schleswig lebt, in
einem mir vorliegenden Brief mit Bezug auf Flemhude
Grabkreuz fur Pastor Hans Düncker schreibt: „Und heut noch schaue ich von der Autobahn oder
dem Zug hinüber wenn der Turm der Kirche zwischen den
Wulf Hinrich Mißfeldt hatte 1838 Caroline Behn geheiratet. Bäumen hervorragt.“
Aus der Ehe gingen zwischen 1839 und 1852 fünf Kinder
hervor, alle in Flemhude geboren und getauft. Der älteste und Text: Gerlind Lind
der jüngste Sohn wanderten später aus, in die USA bzw. nach
Australien. Der 1847 geborene Detlef Wilhelm Mißfeldt wur - Abbildungsnachweis: Archiv der AG „Dorfchronik“
de zunächst von Beruf Ziegler (in welcher Guts-Ziegelei der Quarnbek(1), Lind, Gerlind (1), Mißfeldt, Heinke (2)
Herzliche Einladung
zum 6. November 2012, 19:30 Uhr
Die Arbeitsgemeinschaft „Dorfchronik“ der Gemeinde Quarn bek wird aus Anlass ihres
25jährigen Bestehens im Sportheim in Strohbrück für die Quarnbeker Bürgerinnen und
Bürger einen Vortragsabend gestalten, auf den wir hier schon einmal aufmerksam machen
möchten.
Im Mittelpunkt des Programms wird die Präsentation neuer Fotos und alter Postkarten
stehen. Vortragen werden Dr. Karsten Dölger, Horst Kay und Frank Wandrowsky.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Gerlind Lind
für die AG „Dorfchronik“ der Gemeinde Quarnbek

