Page 4 - Quarnbek 32
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          Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger!               Ist unsere Schullandschaft weiter im Umbruch?
                                                               Mit Schließen der Grundschule in Achterwehr hat „unsere“
                              Scharen von Wildgänsen umkrei-   Regenbogenschule in Quarnbek ordentlich Zuwachs bekom-
                              sen das Gebiet rings um den Flem-  men. Das ist schön für unsere Gemeinde, helfen doch die
                              huder See.  Auf den bestellten   Achterwehrer Kinder unseren Schulstandort für die nächsten
                              Äckern tummeln sich hunderte     Jahre zu sichern.
                              Tiere, die auf dem  Weg in den   Wie interessierte Bürgerinnen und Bürger wissen, bemüht
                              Norden hier kurz Zwischenstation  sich nun eine Privatschule am Standort Achterwehr in den
                              machen. Auch wir Menschen kön-   Räumlichkeiten der ehemaligen Grundschule eine neue Pri-
                              nen nun den „Frühlingsgefühlen“  vat- Grundschule einzurichten. Das Interesse an einer neuen
                              freien Lauf lassen. Ich denke da  privat geführten Grundschule in Achterwehr ist durchaus
                              natürlich in erster Linie an unsere  groß. Das konnte man jedenfalls an Hand der zahlreichen Zu-
                              innere Unruhe, endlich Spaten,   hörerinnen und Zuhörer vermuten, die zur 1. Vorstellung des
          Rosenschere und anderes wichtiges Frühlingsgartenutensil  neuen Privat-Schulbetreibers ins Feuerwehrgerätehaus in
          aus dem Schuppen zu holen d. Die ganz Schnellen unter uns  Achterwehr gekommen waren.
          haben bereits die ersten Osterbäume mit bunten Eiern ge-
          schmückt und wir können uns gemeinsam auf das Osterfest  Im Grundgesetz ist neben den staatlichen Schulen auch das
          vorbereiten. Aber zunächst lesen Sie hier meinen Bericht.  Betreiben von Privatschulen zugelassen. Bisher kannten/ken-
                                                               nen wir „privat“ betriebene Schulen als Waldorfschulen bzw.
          Kahlschlag in der landschaftsprägenden Knicklandschaft  konfessionell gebundene Schulen. Alle diese Schultypen ha-
          der Gemeinde.                                        ben Alleinstellungsmerkmale, die unsere Schullandschaft
                                                               bunter gestalten und die die staatlichen Schulen nicht auf-
          Was ist geschehen?                                   weisen können/müssen. Und das hat der Gesetzgeber so auch
          Eine der ersten Aktionen des ehemaligen Umweltministers  gewollt. Auch „private“ Internate sind nicht nur in Schles-
          v. Bötticher in Kiel war es, den zuvor von Rot/Grün einge-  wig-Holstein bekannt. Seit einiger Zeit sind Bestrebungen zu
          führten Knickschutzerlass einzukassieren. Der „Knick-  beobachten, die zeigen, dass sich nun auch private Betreiber-
          schutz“ wurde dem Naturschutzgesetz “bei- bzw. unterge-  gesellschaften im Bereich Grundschulen um eine Zulas-
          ordnet“. Nun schon im 4. Winter erhalte ich „böse“ Anrufe  sung durch die Schulbehörde bemühen. Und das durchaus
          aufgebrachter Bürgerinnen und Bürger, die bei mir, dem Grü-  mit Erfolg.
          nen Bürgermeister, über die Art und Weise der „Knickpflege“
          in der Gemeinde massiv Beschwerde führen.            Gegen dieses Bestreben ist im Prinzip nichts einzuwenden.
                                                               Es sei denn, es handelt sich wie in unserem Fall (den Grund-
          Was kann ich tun?                                    schulen im Amt Achterwehr) um eine echte Konkurrenz zu
          Eigentlich nicht viel. Nach derzeitiger Rechtslage ist es un-  unseren staatlichen, von den Bürgerinnen und Bürgern, also
          bestritten, dass beim „auf den Stock setzen“ von Knicks  von Ihnen mittels Ihrer Steuergelder alimentierten Schulen.
          durchaus auch mal „dicke“ Bäume gefällt werden dürfen.  Wir, die Gemeinden bzw. das Amt Achterwehr als Schulträ-
          Dies ist so lange rechtens, als dass es sich bei den Bäumen  ger wenden jährlich hunderttausende €uro auf, um den Be-
          nicht um „landschaftsprägende“ Exemplare handelt. Die Kri-  trieb für unsere Kinder in den Schulen zu sichern Für die
          terien, die angesetzt werden, um zu bestimmen, was ein  meisten jungen Familien war das  Vorhandensein einer
          „landschaftsprägender“ Baum ist, sind - nicht zielführend.  Grundschule am Ort der Grund für den Hausbau in unseren
          Besonders in Reddern soll durch das „Abnehmen“ großer  Gemeinden.
          Bäume eine Allee-Bildung verhindert werden. Sogenannte
          Überhälter, die durchaus auch nur „dünne Stangen“ sein kön-  Den Eltern, die ihre Kinder in eine andere Schule als die im
          nen, müssen allerdings z.B. als Ansitz für Greifvögel stehen  Amt Achterwehr zusammengeschlossenen staatlichen Schu-
          bleiben. Die Abstände zwischen den übrig gebliebenen Über-  len schicken wollen, dürfen dies natürlich tun. Das ist in un-
          hältern sollen zwischen 40 und 80 Meter betragen. Aller-  serem Land über die freie Schulwahl gesetzlich verbrieft. Sie
          dings sollte auch nach Möglichkeit vermieden werden,  zahlen dann allerdings im Fall der Privatschule pro Kind und
          Knicks großflächig, wie im Bereich Rajensdorf geschehen,  Monat einen Betrag von 139€ an den Betreiber. Das ist aber
          innerhalb einer Saison abzusägen. Rückzug und Schutz-  nur die halbe „Miete“. Es muss nämlich auch klar sein, dass
          möglichkeiten für Vögel, Nager und anderes Kleingetier soll-  die Gemeindekassen der Gemeinden, aus denen Kinder in ei-
          ten immer genügend vorhanden sein.                   ne Privatschule geschickt werden, doppelt belastet werden.

          Hier hätte man sich eine bessere Koordination der Knickbe-  Einerseits halten wir Gemeinden die hohen Kosten für Inves-
          sitzer, bzw. derer, die den Knick auf den Stock gesetzt haben,  titionen, Heizung etc. an unseren staatlichen Schulen für den
          wünschen können. Bei Gesprächen, die ich mit den Verant-  reibungslosen und komfortablen Schulbetrieb vor. Anderer-
          wortlichen geführt habe, konnte ich jedoch ehrliche Betrof-  seits zahlen wir (die Gemeinden) aber zusätzlich für jedes
          fenheit feststellen und ich habe deshalb keine Veranlassung  Kind, welches dann in die Privatschule in Achterwehr geht,
          daran zu zweifeln, dass sich ein solcher „Kahlschlag“ nicht  Schulgeld an den privaten Betreiber. Das beläuft sich auf ca.
          wiederholen wird.                                    850 € pro Kind und Jahr. Ganz davon abgesehen, dass hier
                                                               ohne Not eine zwei Klassen (Bildungs-) Gesellschaft aufge-
                                                               baut wird, muss kritisch hinterfragt werden, ob wir uns das
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