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4 DER BÜRGERMEISTER INFORMIERT
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger! Ist unsere Schullandschaft weiter im Umbruch?
Mit Schließen der Grundschule in Achterwehr hat „unsere“
Scharen von Wildgänsen umkrei- Regenbogenschule in Quarnbek ordentlich Zuwachs bekom-
sen das Gebiet rings um den Flem- men. Das ist schön für unsere Gemeinde, helfen doch die
huder See. Auf den bestellten Achterwehrer Kinder unseren Schulstandort für die nächsten
Äckern tummeln sich hunderte Jahre zu sichern.
Tiere, die auf dem Weg in den Wie interessierte Bürgerinnen und Bürger wissen, bemüht
Norden hier kurz Zwischenstation sich nun eine Privatschule am Standort Achterwehr in den
machen. Auch wir Menschen kön- Räumlichkeiten der ehemaligen Grundschule eine neue Pri-
nen nun den „Frühlingsgefühlen“ vat- Grundschule einzurichten. Das Interesse an einer neuen
freien Lauf lassen. Ich denke da privat geführten Grundschule in Achterwehr ist durchaus
natürlich in erster Linie an unsere groß. Das konnte man jedenfalls an Hand der zahlreichen Zu-
innere Unruhe, endlich Spaten, hörerinnen und Zuhörer vermuten, die zur 1. Vorstellung des
Rosenschere und anderes wichtiges Frühlingsgartenutensil neuen Privat-Schulbetreibers ins Feuerwehrgerätehaus in
aus dem Schuppen zu holen d. Die ganz Schnellen unter uns Achterwehr gekommen waren.
haben bereits die ersten Osterbäume mit bunten Eiern ge-
schmückt und wir können uns gemeinsam auf das Osterfest Im Grundgesetz ist neben den staatlichen Schulen auch das
vorbereiten. Aber zunächst lesen Sie hier meinen Bericht. Betreiben von Privatschulen zugelassen. Bisher kannten/ken-
nen wir „privat“ betriebene Schulen als Waldorfschulen bzw.
Kahlschlag in der landschaftsprägenden Knicklandschaft konfessionell gebundene Schulen. Alle diese Schultypen ha-
der Gemeinde. ben Alleinstellungsmerkmale, die unsere Schullandschaft
bunter gestalten und die die staatlichen Schulen nicht auf-
Was ist geschehen? weisen können/müssen. Und das hat der Gesetzgeber so auch
Eine der ersten Aktionen des ehemaligen Umweltministers gewollt. Auch „private“ Internate sind nicht nur in Schles-
v. Bötticher in Kiel war es, den zuvor von Rot/Grün einge- wig-Holstein bekannt. Seit einiger Zeit sind Bestrebungen zu
führten Knickschutzerlass einzukassieren. Der „Knick- beobachten, die zeigen, dass sich nun auch private Betreiber-
schutz“ wurde dem Naturschutzgesetz “bei- bzw. unterge- gesellschaften im Bereich Grundschulen um eine Zulas-
ordnet“. Nun schon im 4. Winter erhalte ich „böse“ Anrufe sung durch die Schulbehörde bemühen. Und das durchaus
aufgebrachter Bürgerinnen und Bürger, die bei mir, dem Grü- mit Erfolg.
nen Bürgermeister, über die Art und Weise der „Knickpflege“
in der Gemeinde massiv Beschwerde führen. Gegen dieses Bestreben ist im Prinzip nichts einzuwenden.
Es sei denn, es handelt sich wie in unserem Fall (den Grund-
Was kann ich tun? schulen im Amt Achterwehr) um eine echte Konkurrenz zu
Eigentlich nicht viel. Nach derzeitiger Rechtslage ist es un- unseren staatlichen, von den Bürgerinnen und Bürgern, also
bestritten, dass beim „auf den Stock setzen“ von Knicks von Ihnen mittels Ihrer Steuergelder alimentierten Schulen.
durchaus auch mal „dicke“ Bäume gefällt werden dürfen. Wir, die Gemeinden bzw. das Amt Achterwehr als Schulträ-
Dies ist so lange rechtens, als dass es sich bei den Bäumen ger wenden jährlich hunderttausende €uro auf, um den Be-
nicht um „landschaftsprägende“ Exemplare handelt. Die Kri- trieb für unsere Kinder in den Schulen zu sichern Für die
terien, die angesetzt werden, um zu bestimmen, was ein meisten jungen Familien war das Vorhandensein einer
„landschaftsprägender“ Baum ist, sind - nicht zielführend. Grundschule am Ort der Grund für den Hausbau in unseren
Besonders in Reddern soll durch das „Abnehmen“ großer Gemeinden.
Bäume eine Allee-Bildung verhindert werden. Sogenannte
Überhälter, die durchaus auch nur „dünne Stangen“ sein kön- Den Eltern, die ihre Kinder in eine andere Schule als die im
nen, müssen allerdings z.B. als Ansitz für Greifvögel stehen Amt Achterwehr zusammengeschlossenen staatlichen Schu-
bleiben. Die Abstände zwischen den übrig gebliebenen Über- len schicken wollen, dürfen dies natürlich tun. Das ist in un-
hältern sollen zwischen 40 und 80 Meter betragen. Aller- serem Land über die freie Schulwahl gesetzlich verbrieft. Sie
dings sollte auch nach Möglichkeit vermieden werden, zahlen dann allerdings im Fall der Privatschule pro Kind und
Knicks großflächig, wie im Bereich Rajensdorf geschehen, Monat einen Betrag von 139€ an den Betreiber. Das ist aber
innerhalb einer Saison abzusägen. Rückzug und Schutz- nur die halbe „Miete“. Es muss nämlich auch klar sein, dass
möglichkeiten für Vögel, Nager und anderes Kleingetier soll- die Gemeindekassen der Gemeinden, aus denen Kinder in ei-
ten immer genügend vorhanden sein. ne Privatschule geschickt werden, doppelt belastet werden.
Hier hätte man sich eine bessere Koordination der Knickbe- Einerseits halten wir Gemeinden die hohen Kosten für Inves-
sitzer, bzw. derer, die den Knick auf den Stock gesetzt haben, titionen, Heizung etc. an unseren staatlichen Schulen für den
wünschen können. Bei Gesprächen, die ich mit den Verant- reibungslosen und komfortablen Schulbetrieb vor. Anderer-
wortlichen geführt habe, konnte ich jedoch ehrliche Betrof- seits zahlen wir (die Gemeinden) aber zusätzlich für jedes
fenheit feststellen und ich habe deshalb keine Veranlassung Kind, welches dann in die Privatschule in Achterwehr geht,
daran zu zweifeln, dass sich ein solcher „Kahlschlag“ nicht Schulgeld an den privaten Betreiber. Das beläuft sich auf ca.
wiederholen wird. 850 € pro Kind und Jahr. Ganz davon abgesehen, dass hier
ohne Not eine zwei Klassen (Bildungs-) Gesellschaft aufge-
baut wird, muss kritisch hinterfragt werden, ob wir uns das

